10 Tipps gegen „Aufschieberitis“

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Aufschieberitis-Agentur für BildbiographienLiebe Netzwerkerinnen, liebe Leserinnen und Leser
„Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle …“, naja, Ihr wisst schon. Schön ist anders, denn ‚eigentlich‘ möchte und müsste man dringend vorankommen. Doch die „Aufschieberitis“ greift ebenso wie ihre nahe Verwandte, die bei allen Schreibenden gefürchtete „Schreibblockade“, gerne um sich, und wenn sie da ist, geht nichts mehr. Zumindest scheinbar. Blockaden jedweder Art können aber auch ihren tieferen Sinn haben und sich in Wohlgefallen auflösen, sobald man hinter ihre Kulissen blickt.
Immer noch nichts? Kein Grund zur Depression! Nennt Eure Aufgabe (oder Euren ungeschriebenen Text) doch lieber „Probe“ und fangt an. Natürlich nicht mit der Aufgabe. Mit der Probe!

Nein, es ist kein bedauerliches Einzelschicksal, wenn Ihr seit Stunden vor einem leeren Bildschirm brütet, und der Cursor Euch tapfer und erwartungsvoll anblinkt, ohne dass irgendetwas passiert wäre. Es ist auch nicht bedauernswert, wenn Ihr schließlich entnervt aufgebt und bewährte Verzögerungstaktiken zum Einsatz bringt, mit denen man immer so schön Schreib- und sonstigen Blockaden entfliehen kann: Fenster putzen, Kaffee kochen, aufräumen oder zum zehnten Mal im E-Mail-Postfach nachsehen, ob nicht doch eine wichtige Nachricht dringend beantwortet werden müsste. Studentenbuden sind nicht ohne Grund in Prüfungsphasen am ordentlichsten! Von ‚Einzel‘ oder ‚Schicksal‘ kann daher nicht die Rede sein. Und immerhin ist die Post erledigt, und die Fenster sind geputzt. Herzlichen Glückwunsch. Weiter so!

Die „Aufschieberitis“, lateinisch auch nicht hübscher als „Prokrastination“ bezeichnet (cras bedeutet „morgen), ist ein scheußliches Wort für den scheußliche Zustand, in dem nichts – zumindest scheinbar nichts – vorangeht. Trotzdem: Glückwunsch!

Denn eigentlich arbeitet Ihr ja schon am Problem. Während Ihr mit schlechtem Gewissen Fenster oder sonstige Routineaufgaben bearbeitet, läuft doch schon längst das Kopfkino, das Eure Blockade lösen wird. Der echte Aufschieberitis-Profi kennt diese spannungsgeladene Situation zu Beginn eines Projekts (manchmal leider auch mittendrin) und legt sich bei seinen Ausreißmanövern Stift und Notizblock neben dem Putzeimer bereit, um bei Bedarf alles fallen, stehen oder liegen zu lassen und die Geistesblitze, die beim Wischen möglicherweise plötzlich kommen, aufzuschreiben. (Wirklich aufschreiben! Man sollte nie glauben, man könnte sich die genialen Gedanken oder Formulierungen, die einem im Moment durch den Kopf schießen, merken. Kann man nicht!)

Der innere Wächter
Wichtige Aufgaben und geistiges Neuland brauchen eine mentale Vorbereitungszeit. Wir alle proben ganz selbstverständlich Vorträge, Streitgespräche oder Heiratsanträge im Kopf, manchmal sogar in hörbaren Selbstgesprächen. Warum sollte diese bewährte Methode bei anderen Aufgaben nicht funktionieren?

Schließlich geht es jetzt um alles oder nichts, oder? Lange Zeit, vielleicht sogar wochen- und monatelang, haben wir in Gedanken an einer Idee gefeilt und den Moment vorbereitet, in dem sie endlich auf dem Papier steht und das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Doch zuvor müssen wir liefern. Und ausgerechnet dabei grüßt nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen wird, der „innere Schweinehund“, sondern unser allgegenwärtiger „Wächter“, derjenige also, der immer so schön aufpasst, dass wir keinen Unsinn produzieren.

Wer etwas Großes vorhat – einen großartigen Text schreiben, eine Aufgabe zur Zufriedenheit aller lösen –, muss sich also erst einmal mit seinem internen Wachmann auseinandersetzen, dem oft genug nichts gut genug ist. Zumindest nicht gut genug für unsere eigenen hohen Ansprüche – es soll ja, wie gesagt, großartig werden. Als Faustregel gilt: Je größer die Aufgabe, desto größer der Wächter.

In ihrem wunderbaren Essay „The Watcher at the Gate“ (Der Wächter am Tor) schreibt die Schriftstellerin Gail Godwin sehr treffend:

„Es ist erstaunlich, was der Wächter alles auf sich nimmt, um jemanden davon abzuhalten, dem Fluss seiner Fantasie zu folgen. Wächter sind berüchtigte Bleistiftspitzer, Farbbandwechsler, Blumengießer, Heimwerker und Hasser von unordentlichen Zimmern und unordentlichen Seiten. Sie sind zwanghafte Nachschlager. Sie kultivieren selbstgefällige Macken, die angeblich zu „Schriftstellern“ passen. Und sie würden lieber sterben (und die Inspiration gleich mit in den Tod reißen), als zu riskieren, einen Narren aus sich zu machen.“

(Gail Godwin veröffentlichte ihr Essay 1977, also zu einer Zeit, als Farbbandwechseln durchaus noch dazugehörte. Ersetzt Farbband doch einfach durch … Twitter? Facebook? WhatsApp? Die Liste ist unendlich lang!)

Von dummen und von klugen Schülern
Damit ist also schon der erste wunde Punkt der Schreib- oder sonstigen Blockade gelöst: Fenster putzen ist nicht gleich Fenster putzen, und oft sind scheinbar nervige Übersprunghandlungen nichts anderes als mentales Anlaufnehmen, um den inneren ‚Wächter‘ zu überrennen. Die gute Nachricht ist: Wer sich gedanklich mit seinem Projekt oder Text auseinandersetzt, muss nicht sofort etwas Konkretes auf dem Papier stehen haben und darf erst einmal zur Entspannung ‚Unsinniges‘ tun. Hauptsache Stift und Papier liegen in Reichweite … Wegen der Geistesblitze, Ihr wisst schon.

Eine entscheidende Rolle spielt beim mentalen Anlaufnehmen der Faktor ‚Zeit‘, denn eine Vorbereitung ohne oder mit möglichst wenig Termindruck sollte man sich schon gönnen. Oder wie es Roy Peter Clark in seinem lesenswerten Buch „Die 50 Werkzeuge des guten Schreibens“ ausdrückt:

„Der Redaktionsschluss zwingt Autoren zum Handeln, eine Situation, die Schüler jeder Jahrgangsstufe nur allzu gut kennen. Referate oder Hausarbeiten sind nur eine besondere Form von Texten auf Abruf. Selbst wenn man für die Arbeit zwei Wochen Zeit hat, wartet ein typischer Schüler (ich war nicht anders) bis zum letzten Abend, um damit anzufangen. Kluge Lehrer beraten sich mit dem Schüler, um zur Recherche und Vorbereitung anzuregen. Kluge Schüler beginnen die Arbeit am Tag der Aufgabenstellung zu „schreiben“. Dumme Schüler warten so lange, bis der Druck des Abgabetermins zu stark und destruktiv wird.“

Der rote Faden
Nicht nur Schüler wissen, dass es meistens gewaltig schief geht, wenn man auf den letzten Drücker irgendwas irgendwie zusammenschreibt und als ‚fertig‘ abgibt. Die Zahl echter Genies, die so etwas können, ist begrenzt, und auch das, was gelegentlich als leicht dahingeworfener Geniestreich daherkommt, ist in der Regel das Resultat konsequenter und ernsthafter Vorbereitungen. Soll ein Projekt wirklich gut werden, ist der dickste Brocken, der während der Vorarbeiten gedanklich gelöst werden muss, der „rote Faden“.

„Wofür mache ich das eigentlich?“, ist eine banale, aber entscheidende Frage, die man sich zu Beginn eines (Schreib-)Projektes und auch zwischendurch hin und wieder stellen sollte: „Wofür und für Wen?“ Selbst wenn man eine aufgenötigte Fleißaufgabe zu erledigen hat, macht es viel mehr Spaß, wenn am Ende etwas herauskommt, was anderen gefällt und hilft.

Zunächst solltet Ihr aber den Anspruch „alles für alle“ ersatzlos streichen – er wird nicht umsetzbar sein. Und auch nicht wünschenswert, denn hilfreich ist für andere einzig und allein ein klares Konzept, ein „roter“ Faden anstelle überbordender Ausführungen, die nichts auslassen. Wer seine Einsichten und Erkenntnisse ungebremst und in voller Länge weitergeben möchte, wird einerseits zu lang und zu langweilig werden, andererseits wird diese Methode eher Verwirrung stiften als Leser oder Zuhörer zu inspirieren und zu neuen Erkenntnissen zu führen.

Don’t make me think“ ist eigentlich eine Strategie aus dem Marketing, denn niemand möchte über Werbebotschaften oder die Informationsbröckchen in Sozialen Medien auch noch nachdenken müssen, „KISS – Keep It Short and Simple“, ist ein weiterer Ratschlag aus der Werbewirtschaft. Für komplexe Inhalte sollte man sich nicht akribisch an solche Strategien halten, ein bisschen aber schon.

In einem gelungenen „roten Faden“ stecken viel Hirnschmalz, viel „Versuch und Irrtum“ und viele, viele Stunden Nachdenken und Probieren. Welche Botschaft soll eigentlich ankommen? Was möchtet Ihr ausdrücken, und wo liegt der „Hase im Pfeffer“? Wer ein Projekt bearbeitet oder einen Text schreibt, hat irgendwie versprochen, das Leben der anderen ein bisschen einfacher und bunter zu machen. Also seid Ihr jetzt dran! Denn ohne Mühsal werdet Ihr dieses Versprechen nicht einlösen können: Ihr müsst Euch die Gedanken der anderen vorab machen, Ihr müsst ihre Fragen zum Thema vorhersehen, und Ihr müsst die passenden Antworten darauf finden

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Schwimmt Euch doch erstmal frei!
Jetzt geht gar nichts mehr? Jetzt hat der „Watcher at the Gate“ auch noch einen roten Faden in der Hand und dieser Artikel Euch gründlich die Laune an Eurer Aufgabe verdorben? Sorry, so war das nicht gemeint!
Der „rote Faden“ ist der Dreh- und Angelpunkt eines guten Projektes: Findet Ihr ihn nicht, wird Eure Arbeit mühsam vor sich hinstolpern und am Ende vermutlich weder Euch noch anderen Freude bereiten. Habt Ihr ihn dagegen gefunden, ist der Rest eigentlich nur noch Routine und Ihr habt zudem die Chance, statt einer braven Fleißarbeit einen großen Wurf zu landen.

Das Problem ist, dass ein schlüssiges Konzept, zu dem auch Euer innerer Wächter zustimmend nicken kann, nicht einfach mal so und offensichtlich herumliegt. Meistens ergibt es sich tatsächlich erst während des Tuns, während des Einarbeitens, des Nachdenkens und des Fensterputzens. Deswegen der allerwichtigste Ratschlag gegen Blockaden jeglicher Art: Macht Euch doch erstmal frei! Und seid kein „dummer Schüler“, der an dieser Stelle aufgibt und sein Projekt notfalls auch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufschiebt. Nichts bereitet so viel Freude wie eine Hürde, die man meisterhaft genommen hat!
• Tipp 1 Freischwimmen beginnt mit Aufräumen: Solange sich Rechnungen, unbeantwortete E-Mails oder sonstige „TO DOs“ auf dem Schreibtisch stapeln, wird es schwer sein, den Kopf für ein neues Projekt frei zu bekommen. Entrümpelt erst einmal und schafft Platz für Neues! Das darf durchaus einen ganzen Arbeitstag kosten, denn die Zeit zählt schon zu Eurer neuen Aufgabe, die Ihr demnächst mit großem Erfolg abschließen werdet!

• Tipp 2 Freischwimmen funktioniert nicht unter Termindruck: Niemand kann locker und entspannt an eine Aufgabe herangehen, wenn ihm die Zeit im Nacken sitzt. Seid ein „kluger Schüler“, und beginnt mit den Vorarbeiten zu Eurem nächsten Projekt schon viel früher, als Ihr zu können glaubt.

• Tipp 3 Freischwimmen durch Sammeln und Recherche: Ohne den Anspruch, schon irgendetwas produzieren zu müssen, ist es hilfreich, zu Beginn eines Projektes das Eichhörnchen in sich zu entdecken, und in einer virtuellen oder echten Box Zitate, Zeitungsartikel, Fotos und Notizen zu sammeln und aufzubewahren , eben alles, was Euch gefällt und später für Euer Thema nützlich sein könnte. Das Schöne ist, dass sich im Laufe der Zeit nicht nur die Recherchebox füllt, sondern auch Euer Kopf. Ist man mit Interesse und Enthusiasmus bei der Sache, dauert es nicht lange, bis sich dort alles Gelesene, Markierte und Notierte selbständig macht, zu „gären“ beginnt und nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenfügt – eine feine Sache, wenn man später die Quintessenz einfach nur noch destillieren muss.

• Tipp 4 Lest: Klauen darf man nicht (auch nicht bei sich selbst!), sich inspirieren lassen schon. Insbesondere beim Schreiben schlagen Stil, Sprache und Tempo der Literatur, die Ihr für Eure Arbeit oder auch nur zum Spaß lest, direkt auf Eure eigenen Texte durch. Lest, aber lest richtig! Lest Bücher und Texte, die Euch gefallen, versucht zu analysieren, was Euch daran gefällt, und macht es nach. Meidet so gut es geht Texte und Autoren, die Ihr nicht mögt, auch wenn das Thema interessant ist. Es ist erlaubt, ein Buch nach zehn Seiten wegzulegen. Und es ist erlaubt, ein Buch in einer Buchhandlung „anzulesen“, und es nur zu kaufen, wenn man es eigentlich sofort und auf der Stelle weiterlesen möchten.

• Tipp 5 Fangt an!: Der Sankt-Nimmerleins-Tag fällt aus. Besser ist es, man fängt sofort an. Frei nach dem Motto: „Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.“ (Konfuzius).

• Tipp 6 Freischwimmen durch ‚Freewriting‘: Um (Schreib-)Barrieren zu überwinden, gibt es großartige Techniken. Nachdem Ihr Eure Recherchebox angelegt und gefüllt habt, könnt Ihr beispielsweise einfach mal fünf, zehn oder 20 Minuten aufschreiben, was Euch zu Eurem Thema durch den Kopf geht. Ohne Absetzen, ohne Nachdenken, ohne auf Formulierungen zu achten. Einfach so, um in den Gedankenfluss zu kommen. Legt dann Euer ‚Freewriting‘-Ergebnis weg und lest es am nächsten Tag noch einmal durch. Gar nicht so schlecht, oder? Wahrscheinlich stimmt die Reihenfolge noch nicht, bei den Formulierungen ist vermutlich noch „Luft nach oben“, aber im Großen und Ganzen ist das, was Ihr da produziert habt, schon eine ausgezeichnete Basis. Glückwunsch! Das lässt sich jetzt nämlich ausbauen. (Mehr zum Thema Schreiben und ‚Freewriting‘ findet Ihr auch unter: Schreib’s auf! Die wunderbare Kraft des Schreibens in meinem Blog ‚Generationengespräch‘)

• Tipp 7 Probt den Ernstfall: Der „rote Faden“ ist ein eher flüchtiges Ereignis, das man in der Regel nicht im Sturm erobert, sondern meistens durch Anpirschen und Einkreisen für sich gewinnt. Deswegen ist es ratsam, sein Projekt als ‚Probe‘ zu beginnen: Die „vergorenen“ Erkenntnisse der Recherchebox aufschreiben, eine grobe Skizze erstellen, was man wem eigentlich sagen möchte, sich in die Lage des Lesers oder Zuhörers versetzen und überlegen, welche Informationen er braucht, damit sein Leben bunter und/oder einfacher wird. „Über das Schreiben schreiben“, nennt das der bereits erwähnte Schreibtrainer, Autor und Vizepräsident des Poynter Instituts, Roy Peter Clark, wobei es generell eine gute Idee ist, alle Projekte, ob sie nun ein Text sind oder nicht, schriftlich zu skizzieren. Es wird dadurch einfach vieles klarer.
Probiert erst ohne, mit der Zeit aber mit wachsendem Anspruch. Einige Gedanken werden Euch gut und ausbaufähig erscheinen – mit denen arbeitet Ihr weiter –, andere sind nur Zwischenschritte, die auf dem Weg zum Gesamtergebnis irgendwann wieder gelöscht werden. Manche Tage sind „Holzweg“-Tage mit vielleicht drei mageren Wörtern als Ausbeute (die aber durchaus wichtig sein können!), an anderen Tagen geht es super voran. Nur nicht die Geduld verlieren, Hauptsache es gärt!

• Tipp 8 Macht Pausen und putzt Fenster. Zur Not auch zwei Mal: Nehmt Euch ungestörte Zeit für Euer Projekt, aber begrenzt diese Zeit auch. Niemand ist permanent produktiv und kreativ. Wenn man sich zu sehr in seine Aufgabe verbeißt, kann es sein, dass sich am nächsten Tag die Frage „Oje, was hab‘ ich denn da gemacht?“ aufdrängt. Mäßig aber regelmäßig ist besser als alles in einem Rutsch und im „Hauruck“-Verfahren abzuarbeiten.
Sorgt für ausreichend Pausen und Entspannung. Erst mit etwas Abstand könnt Ihr die Ergebnisse Eurer Arbeit überprüfen, abschätzen und gegebenenfalls korrigieren.

• Tipp 9 Lasst es liegen: Am Ende erwischt es einen dann doch meistens: „Need for closure“, das Bedürfnis, fertig zu werden. Es ist 22.00 Uhr, Ihr habt während des Endspurts viel länger als geplant an Eurem Projekt gearbeitet und alles richtig gemacht: der „Wächter“ ist glücklich, ein roter Faden gesponnen, treffende Formulierungen gefunden und alles ist hübsch verpackt und rund gefeilt. Jetzt ist Schluss, jetzt wird ausgedruckt, gepostet oder verschickt, denn Ihr seid müde und wollt ins Bett.
Tut es nicht, lasst es liegen. Geht ins Bett, schlaft noch einmal drüber und schließt Euer Projekt am nächsten Tag so ab, wie Ihr es begonnen habt: entspannt und in Ruhe. So verständlich „Need for closure“ auch ist, so wichtig Effizienz und Effektivität bei jeder Aufgabe sind, so sehr läuft man Gefahr, das Ergebnis und den Erfolg durchdachter Arbeit am Ende seiner eigenen Ungeduld zu opfern. Ein gelungenes Projekt muss funkeln. Funkelt eures? Das werdet Ihr spüren. Aber erst, wenn Ihr es Euch ausgeruht und mit Abstand noch einmal anseht. Morgen.

• Tipp 10 Keine Angst vor‘m Ankommen!: Fertigwerden ist Übungssache, manchmal wird es aber auch zur Kunst. Besonders dann, wenn man nicht termingebunden für andere arbeitet, sondern für sein eigenes Projekt, ist die Gefahr groß, dass das Ende besagtem Sankt-Nimmerleins-Tag zum Opfer fällt. Natürlich kann man sein Leben und seine Arbeit auf das Ziel „Suche nach der Blauen Blume“ ausrichten, Spaß macht das auf Dauer allerdings auch nicht. Bevor man in die größte aller „Aufschieberitis“-Fallen tappt und wegen Perfektionismus und blauer Blume nie fertig wird, sollte man die Notbremse ziehen: sich selbst terminieren und das bisherige Arbeitsergebnis wenigstens einem kleinen vertrauten Kreis präsentieren. Nachbessern kann man dann immer noch Und denkt daran: Gerade bei Webseiten, Flyern und Vorträgen entwickelt sich vieles erst nach den ersten Kundenkontakten. Was Ihr entwerft, ist noch lange nicht in Stein gemeißelt! Lest mal nach: Gründungen und Startups: Businesspläne in den Müll, „Versuch und Irrtum“ ist angesagt!

Viel Spaß bei der Arbeit mit möglichst wenig „Aufschieberitis“
wünscht Euch Susanne

Foto: Cornelia Hansen
Foto: Cornelia Hansen

 

Unsere sfs-Schriftführerin Susanne Gebert ist Gründerin der Agentur für Bildbiographien, die Familien und Firmen beim Erstellen und Veröffentlichen von Chroniken und Familienbüchern hilft. In ihrem Blog „Generationengespräch“ schreibt Susanne über Tipps und Tricks für’s biografische Schreiben, Weltgeschichte zum Anfassen, Lebensglück und Psychologie. Die „Aufschieberitis“ ist ein aktueller Beitrag aus ihrem Blog.

 

 

 

Weiterführende Links:
„Morgen, morgen“ aus wissenschaftlicher Sicht. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Oktober 2012
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/denkfehler-die-uns-geld-kosten/denkfehler-die-uns-geld-kosten-36-morgen-morgen-nur-nicht-heute-11932932.html
Noch mehr Tipps und Tricks fürs biografische Schreiben:
http://generationen-gespräch.de/wie-schreibe-ich-meine-biografie/#more-669
Schreib’s auf! Die wunderbare Kraft des Schreibens
http://generationen-gespräch.de/wie-schreibe-ich-meine-biografie/#more-669
Gründungen und Startups: Businesspläne in den Müll, „Versuch und Irrtum“ ist angesagt!
http://sfs-netzwerk.de/gruendungen-und-startups-businessplaene-in-den-muell-versuch-und-irrtum-ist-angesagt/

Buchempfehlung:
Roy Peter Clark: Die 50 Werkzeuge des guten Schreibens,. Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin 2006, ISBN 978 -3-86671-031-3

Bildnachweis:
Agentur für Bildbiographien, www.bildbiographien.de, 2016

Copyright: sfs, Agentur für Bildbiographien, 2016

2 Antworten

  1. Susanne Gebert
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    Mist, auch das noch! 🙂
    Aber der nächste Regen kommt bestimmt … oder die nächste Aufschieberitis!
    Dir auch liebe Grüße und ein sonniges Wochenende!
    Susanne

  2. Gaby
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    Hallo Susanne,
    hilfreich, immer mal wieder ins Gedächtnis zu rufen, was in der letzten Ecke verstaubt. Gutes Thema.
    Schönes WE auch für dich und…morgen scheint die Sonne.
    Beste Grüße
    Gaby