Der sfs im Gespräch mit – Eckhard Frahm

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Trittau, im März 2014                                                                                                   

Nach Thomas Mertens Ammermann, Julian Geisler, Katherine Nölling und Oliver Mesch stand nun Eckhard Frahm dem sfs für ein Gespräch zur Verfügung. Der Verwaltungsexperte aus Plön ist seit kurzem auch offiziell einer der Kandidaten, die sich am 25. Mai um die Nachfolge des scheidenden Trittauer Bürgermeisters Walter Nussel bemühen, und wird am 12. April ebenfalls an der von den  „selbständigen Frauen Südholstein“(sfs) ausgerichteten „Trittauer Elefantenrunde“ teilnehmen.

eckhard-frahm-1024x682„Sie sind mir suspekt“, habe ihm eine ältere Trittauerin an der Haustür erklärt, als er sich bei ihr als unabhängiger Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai vorstellen wollte, erzählt Eckhard Frahm bei unserem Gespräch. Suspekt kommt uns der 52jährige Verwaltungsfachmann aus Bordesholm wirklich nicht vor; er ist eher ein Mann der ruhigen Töne, der weiß was er kann, und klar definierte Ziele hat:  Er stellt sich als Ortsfremder für das Bürgermeisteramt in Trittau zur Wahl, und tritt damit gegen voraussichtlich fünf Bewerber an, die entweder schon seit vielen Jahren in der Gemeinde leben oder gebürtige Trittauer sind. „Wurzeln“ gegen „frischen Wind“ aus Plön – wie kommt’s Herr Frahm?

„Bürgermeister zu werden, war schon immer mein beruflicher Wunsch“, antwortet Eckhard Frahm sehr ehrlich. „Ich habe seit 1979 in unterschiedlichen Positionen in der Verwaltung gearbeitet. In dieser Zeit habe ich sechs Bürgermeister und eine Bürgermeisterin begleitet, war immer ganz dicht dran“, sagt Frahm. Eine Verwaltung mit 70 Mitarbeitern zu leiten, die für 17.000 Bürgerinnen und Bürger zuständig sind, erfordere Fachwissen, erklärt der 52jährige. „Und das    bringe ich mit“.

Eckhard Frahm für Trittau?

„Jeder zieht an Deiner Jacke und sagt: „mach mal, mach mal“, – so sehe der Alltag eines Bürgermeisters oder einer Bürgermeisterin aus, so Frahm. Wichtigste Aufgabe des Bürgermeisters sei die Verwaltungsleitung; politisch könne er oder sie den Gremien nur beratend zur Seite stehen, ohne irgendwo ein Stimmrecht zu haben. Eine Anforderung, die fachlichen Hintergrund brauche, aber auch eine „persönliche-menschliche Geschichte“ sei.

 

Verwaltung hat Eckhard Frahm von der Pike auf gelernt. Nach unterschiedlichen Stationen leitet er nun seit 17 Jahren den Fachbereich „Bauen und Liegenschaften“ der Kreisstadt Plön und hat damit die Verantwortung für 40 Mitarbeiter. Ehrenamtlich engagiert sich der Vater einer 18jährigen Tochter seit vielen Jahren in seinem Wohnort Bordesholm als Gemeindevertreter, stellvertretender Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses und in vielen weiteren kommunalpolitischen Gremien. Außerdem ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD in Bordesholm. Der SPD? Der SPD Ortsverband Trittau hat für die Bürgermeisterwahl schon Dr. Katherine Nölling als Kandidatin aufgestellt – macht eine Gegenkandidatur nicht mehr Ärger als Sinn?

„Nein“, sagt Frahm, „ein Bürgermeister muss Bürgermeister für alle sein und sehr klar zwischen Amt und Mandat unterscheiden“. Er kandidiere sehr bewusst als parteiunabhängiger Einzelbewerber, „da die Bürgermeisterwahl eine Persönlichkeitswahl und keine parteipolitische Wahl ist“, wie er betont. Ein Bürgermeister müsse sich in der Gemeindevertretung sowieso seine politischen Mehrheiten immer wieder neu suchen, so der 52jährige und fügt hinzu: „Ich komme, bringe die fachlichen Qualifikationen mit, und wir mischen die Karten neu. Das finde viele Bürgerinnen und Bürger, mit denen ich gesprochen habe, gut“.

 

Trittau darf kein „Schlafdorf“ werden

Neben einer effizienteren Verwaltung sind Ortsentwicklung, Ortsbildgestaltung, Wirtschaftsförderung, Förderung des Mittelstands und damit auch Finanzen die Themen, die laut Frahm dem neuen Bürgermeister oder der neuen Bürgermeisterin unter den Nägeln brennen müssen. „Man muss aufpassen, dass Trittau kein Schlafdorf wird“, sagt er und fügt hinzu: „Von den 3000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die in Trittau leben, arbeiten nur 500 hier. Die anderen pendeln“, – meist nach Hamburg, „schlafen“ also nur in der Gemeinde.

Eng verknüpft mit der Ortsentwicklung ist für ihn damit ein weiterer wichtiger Punkt, nämlich die Integration von „Neubürgern“ und „Altbürgern“: Trittau ist Wachstumsregion; in den letzten 30 Jahren ist die Einwohnerzahl vor allem durch den Zuzug junger Familien um 50% gestiegen. Und die Gemeinde wird weiter wachsen, nach einer Prognose aus dem vergangenen November werden bis zum Jahr 2030 etwa 12% mehr Einwohner im Amtsbereich leben. Damit gibt es für die Zukunft eine Menge zu stemmen: Die Infrastruktur muss weiterentwickelt werden, ein „ Vorhalten ausreichender Baulandflächen für Wohn- und Gewerbebebauung und eine  Überprüfung möglicher baulicher Innenverdichtung“, wie es im Verwaltungsdeutsch genannt wird, muss gewährleistet sein.

Generell ist die Ortsbildgestaltung eines der ersten Themen, die Frahm als Bürgermeister anpacken würde. „Die Innerortsstruktur Trittaus ist ungewöhnlich“, sagt er, „aber man kann aus dem, was ist, eine Menge machen“. Natürlich nur gemeinsam, wie er betont,  – mit bürgerlichem Engagement und unter der Voraussetzung, dass das Thema auch politisch erkannt wird, und entsprechende Geldmittel zur Verfügung gestellt werden.

 

Trittauer Themen

Der Haushalt der Gemeinde hat in Eckhard Frahms Agenda eine sehr hohe Priorität. Die Verschuldung Trittaus sei noch vergleichsweise gering, dennoch müsse darauf geachtet werden, dass der Haushalt nicht in den Strudel einer Abwärtsspirale gerate. „Das darf nicht passieren“, sagt Frahm, „wobei ich noch gar nicht von Konsolidierung, sondern erst einmal von Stabilisierung sprechen möchte“. Wo kommt das Geld her, und wo geht es hin, sind die grundlegenden Fragen, die zuallererst beantworten werden müssten, so der 52jährige.

 

„Es geht nicht nur um Gewerbeansiedlungen, sondern auch um Bestandspflege“, sagt er zum Thema Wirtschaftsförderung, eines seiner Spezialgebiete. Mit einigem Stolz verweist er auf die seit 2001 bestehende Initiative „Zukunft in Plön“, einer Koordinierungsrunde, in der unter anderem Fraktionsvorsitzende, Verwaltungsleiter, Marketing und Gewerbetreibende gemeinsam neue Projekte entwickeln und umsetzen. „Ich bin stolz, dass es gelungen ist, alle an einen Tisch zu bekommen“, sagt Frahm, und kann sich Ähnliches auch für Trittau vorstellen: „Wir suchen nach einer Idealform – gemeinsam für die Stadt“. Wirtschaftsförderung im weitesten Sinn bedeute beispielsweise auch, dass Gewerbetreibende bei der Gemeinde einen festen Ansprechpartner haben sollten, sagt Frahm. Kurze Wege, schnelle Wege müsse es geben, „es geht nicht, dass jeder für sich nur „seins“ macht“. Neben einem festen Ansprechpartner oder sogar einer Koordinierungsstelle zur Wirtschaftsförderung hält es Frahm auch für sinnvoll, generell über mehr Motivation in der Verwaltung nachzudenken, über Leerstandsmanagement und nicht zuletzt über einen optimierten Internetauftritt der Gemeinde.

 

Man liebt das, wofür man sich müht

„Einen Bürgermeister immer nur aus dem eigenen „Stall“ zu haben, halte ich für falsch“, sagt Frahm. Suspekt ist seine Kandidatur mit Sicherheit nicht; eher eine konsequente Fortführung dessen, wofür er seit über 30 Jahren gearbeitet hat. Auf seiner Homepage bezeichnet sich Eckhard Frahm als „Verwaltungsexperte mit Leidenschaft“, und hätten wir nicht schon längst geahnt, dass man auch in der Verwaltung einer Gemeinde leidenschaftlich kämpfen kann, so hätte er uns in unserem zweistündigen Gespräch eines Besseren belehrt. „Man liebt das, wofür man sich müht, und man müht sich für das, was man liebt“, wird auf seiner Homepage Erich Fromm zitiert. Das denken wir auch.

SG

Copyright:

Agentur für Bildbiographien, Susanne Gebert, 2014

Verein selbständiger Frauen Südholstein, sfs

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Weiterführende Artikel:

http://www.abendblatt.de/region/stormarn/article125738721/Jetzt-sind-es-schon-sechs-Bewerber-fuers-Buergermeisteramt-in-Trittau.html

 

Homepage:

http://www.frahm-fuer-trittau.de/