Der sfs im Gespräch mit – Oliver Mesch

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Trittau, im März 2014                                                                                                   

Mittlerweile haben sich vier der voraussichtlich sechs Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Trittau den Fragen der „selbständigen Frauen Südholstein“(sfs) gestellt. Die Vorbereitungen für die öffentliche Podiumsdiskussion mit allen Berwerbern am 12. April laufen auf Hochtouren, und schon durch die Vorgespräche werden ihre unterschiedlichen Schwerpunkte und Ziele deutlich. Nach Thomas Mertens Ammermann, Julian Geisler und Katherine Nölling steht uns heute Amtsarchivar Oliver Mesch für ein Gespräch zur Verfügung.  

Oliver_MeschGestern noch hat Oliver Mesch seinen 43. Geburtstag gefeiert.  Bis auf die Zeit seines Geschichts-Studiums, war es immer Trittau, das seinen Lebensweg geprägt hat. Mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern (5 und 6 Jahre alt) lebt er nun schon seit einigen Jahren wieder in seiner Heimatgemeinde, wo er als Amtsarchivar und als Geschäftsführer der Trittauer Wassermühle arbeitet und einige Jahre auch als Personalratsvorsitzender tätig war.

„Bürgermeister zu werden, ist für mich keine Karriereoption, sondern eine Herzenssache“, betont Oliver Mesch, der als unabhängiger und parteiloser Bürgermeisterkandidat antritt. Kürzlich hat der Trittauer Ortsverband der Grünen entschieden, seine Kandidatur zu unterstützen. Seine Arbeit als Archivar sieht er als klaren Vorteil für das Bürgermeisteramt: „Ich arbeite analytisch und muss jeden Geschäftsvorgang und jede Organisationsstruktur kennen, um richtig zu archivieren. Daher kenne ich die Verwaltung gut und habe trotzdem den Blick von außen gewahrt“.

 

Politik, Bürger und Verwaltung vernetzen

Vermittler, Manager, Impulsgeber – für Oliver Mesch muss ein Bürgermeister viel mehr sein als „bloß“ ein Verwaltungsleiter. Der Bürgermeister müsse Politik und Verwaltung mit den Bürgern vernetzen, eine Aufgabe, die reine Verwaltungsleiter oft zu wenig praktizierten, findet Mesch.  Gleichzeitig sei ein Bürgermeister aber auch der Vertreter der Interessen der Bürger gegenüber der Politik. Er müsse die Mitarbeiter der Verwaltung motivieren, ihnen ein Gefühl für Dienstleistung am Bürger vermitteln. Sein Ziel ist effektive und moderne Verwaltung, die für die Bürger da ist. „Dazu gehören für mich Freundlichkeit, umfassende Informationen und schnelle Entscheidungen.“

 

Vier Kernziele von Oliver Mesch

Mehr Bürgerbeteiligung, ein Masterplan für die Gemeinde, mehr Miteinander, und besonders ein Miteinander von jung und alt, sind vier wichtige Kernbereiche, die der 43jährige angehen möchte, wenn er gewählt wird. „Ich möchte eine aktivierende Gemeinde“, so Mesch. „Die aktivierende Gemeinde ist eine ermöglichende Gemeinde, d. h. wenn Bürgerinnen und Bürger gestalten wollen, wirkt die Gemeinde Trittau unterstützend, nicht (ver)hindernd!“

Prinzipiell müssten die Bürger besser an den kommunalen Prozessen beteiligt werden, so Mesch. Dazu gehören für ihn neue Wege der Bürgerinformation und eine andere Kommunikation. Denn nur durch mehr Transparenz und bestmögliche Kommunikation könne mehr Verständnis und Vertrauen in der Gemeinde erreicht werden. Für ihn selbst gilt: „Jede Entscheidung, die ich treffe – egal, ob positiv oder abschlägig entschieden –  möchte ich begründen können!“

Als zweiten wichtigen Punkt sieht er neue Formen der Beteiligung:  Alle Beteiligten eines Themas gehörten prinzipiell vorher an einen Tisch, niemand solle sich übergangen fühlen. Eine offene „Zukunftswerkstatt“ könnte einen Masterplan bzw. Leitbild für die Gemeinde entwerfen und zum roten Faden für die Zukunft werden. Daraus abgeleitete Prozesse müssten sauber abgearbeitet werden, natürlich unter Einbezug aller Beteiligten.
„Jung und Alt“ sind Meschs vierter Kernbereich, denn sie werden in Zukunft das Bild Trittaus bestimmen: Demographisch wird ein Wachstum des Bevölkerungsanteils der Generation 60+ prognostiziert, aber auch die Zahl junger Familien wird steigen. Deswegen sei es Trittaus Zukunftsaufgabe, die Gemeinde zu einer senioren- und familienfreundlichen Gemeinde zu machen. Dies müsse bei allen Maßnahmen und der Ortsplanung berücksichtigt werden. Mit einem Bürgermeister als „obersten Kommunikator“ könne die Kommunikation und Integration der unterschiedlichen Altersgruppen gestärkt werden.
Grundsätzlich sei mehr Miteinander in der Gemeinde wünschenswert und auch erreichbar: „Voraussetzung dafür ist, dass der Bürgermeister immer wieder nach außen tritt, immer wieder den Kontakt zu den Bürgern sucht.“ erklärt Mesch.

 

Frischer Wind statt alter Seilschaften

Keine leichte Aufgabe für den neuen Bürgermeister, wenn man bedenkt, dass Trittau unter einer hohen Pro-Kopf-Verschuldung leidet. Oliver Mesch erklärt, dass vielen Investitionen, die die Gemeinde als Unterzentrum schultern musste, als Grund dafür gelten mögen. Der Bau zweier Kindertagesstätten in jüngster Vergangenheit zählte beispielsweise dazu.

Auf die Frage, wie man die Einnahmeseite verbessern könnte, antwortet er: „Grundsätzlich muss sich die Gemeinde infrastrukturell und marketingstrategisch gut aufstellen, so dass die Gemeinde sowohl für das große aber auch für das kleine Gewerbe attraktiv ist.“  Zwar wird noch ein Gewerbegebiet geschaffen werden, so dass neues Gewerbe nach Trittau kommen kann. Aber auch der existierende Bestand müsse gepflegt oder sogar auch regeneriert werden. Für frischen Wind könnte auch hier beispielsweise wieder eine bessere Kommunikation sorgen. So könne zum Beispiel ein jährlich stattfindendes Unternehmerfrühstück ein neues Kommunikationsforum für Gewerbetreibende darstellen. Wichtig sei, so Mesch, dass die Gemeinde sich bei der Umsetzung von Projekten zuverlässig zeigt, um Vertrauen bei Investoren zu stärken.

 

Und was fehlt Trittau ?

Mit der „Wassermühle“ habe Trittau zwar ein Veranstaltungszentrum, aber für größere Veranstaltungen sei sie ungeeignet, zudem nicht barrierefrei, so Oliver Mesch – es fehle eine Art Gemeinschaftshaus, in dem größere Veranstaltungen stattfinden können, das aber auch einmal von Trittauern für private Feiern gemietet werden kann. Für Gewerbetreibende gäbe es keinen festen Ansprechpartner bei der Gemeindeverwaltung. Grundsätzlich sieht er in Trittau einen liebenswerten Ort von hoher Lebensqualität. „Trittaus starke Seiten müssen gestärkt werden“, findet Mesch. Dazu gehöre auch, dass Trittau eine grüne Gemeinde im Grünen sei. So findet er, dass der Rad- und Fußverkehr im Ort erleichtert werden müsse. Er möchte, dass Trittau insgesamt sauberer wird.

„Miteinander für ein starkes Trittau“

….und ganz am Schluss – das Interview ist eigentlich schon zu Ende – gibt der verbindliche und freundliche Oliver Mesch schmunzelnd noch eine andere persönliche Note von sich preis: „Manche sagen, ich sei sehr nett und fürchten, ich könne mich nicht durchsetzen! Das ist aber weit gefehlt. Als Personalratsvorsitzender habe ich das unter Beweis gestellt. Und im Übrigen gilt: wer am lautesten schreit, kommt nicht immer am weitesten!“

 

Illa G.Graw & SG
Copyright:

Agentur für Bildbiographien, Susanne Gebert, 2014

Verein selbständiger Frauen Südholstein, sfs

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Weiterführende Artikel:

http://www.hamburger-wochenblatt.de/ahrensburg/lokales/archivar-oliver-mesch-will-buergermeister-werden-d14053.html

http://www.shz.de/lokales/stormarner-tageblatt/oliver-mesch-moechte-trittaus-buergermeister-werden-id4600301.html

 

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