Facebook für Unternehmerinnen: Ein „Must-Have“?

PowerPoint-PräsentationLiebe Netzwerkerinnen, liebe Leserinnen und Leser,

müssen wir da mitmachen?
Müssen wir uns jetzt auch noch mit sozialen Medien und Netzwerken beschäftigen, die Zeit als Unternehmerin oder Unternehmer ist sowieso immer knapp bemessen. Zudem sind viele von uns misstrauisch, denn, wem ist noch nicht aufgefallen, dass sich nach einer Recherche beispielsweise für den kommenden Urlaub über google in den darauffolgenden Tagen die entsprechenden Reiseangebote via Internet häufen?

Das ist die eine Seite der Medaille.
Die andere ist, dass insbesondere Facebook ein moderner und riesengroßer Marktplatz ist, auf dem sich Unternehmerinnen und Unternehmer ihren Kunden – den bereits vorhanden wie auch den potenziell neuen – präsentieren können.
Facebook ist schnell und interaktiv, es ist kommunikativ – und es kostet nichts.

 

  • Ihr habt eine aussagekräftige, SEO-gepflegte Homepage?
    Die haben Eure Mitbewerber auch.
  • Ihr unterstützt Euren Internet-Auftritt zusätzlich mit einem gut geführten Blog?
    Wissen das auch Eure Kunden?
  • Ihr inseriert regelmäßig?
    Wer liest die Inserate und wie werden sie wahrgenommen?

 

Kurzum: Wer sich für Facebook entscheidet, bekommt – bei guter und regelmäßiger Pflege – eine zweite, kostenlose Internetseite; ein schnelles Medium, mit dem man sehr zwanglos mit Kunden und Interessenten kommunizieren kann, von spezifischen Wünschen und Kundenbedürfnissen erfährt oder ohne großen Zeit- und Geldaufwand neue Ideen ausprobieren kann.

Und damit lautet die Frage eigentlich: Können wir es uns leisten, da nicht mitzumachen?

Für den sfs viele gute Gründe, um das Februar-Netzwerktreffen ganz im Zeichen von „Facebook und Co.“ abzuhalten.
Die Meinungen zu Facebook sind bei uns wie fast überall geteilt, und so trifft es sich gut, dass unser Vereinsmitglied Anja Expertin auf diesem Gebiet ist, mittlerweile seit fünf Jahren im Netz und zur Zeit mit der Pflege von drei Facebook-Auftritten betraut (natürlich auch die unseres Netzwerkes: Verein selbständige Frauen Südholstein

Hier sind einige Fakten zu „Facebook und Co.“:

Wie funktioniert Facebook und was kann man erreichen?

1) Privatseite anlegen: Der „Marktplatz“ Facebook war ursprünglich als soziale Plattform zum Kennenlernen konzipiert, und so ist es nur logisch, dass vor der eigentlichen Unternehmensseite eine private Seite angelegt werden muss.
Das Anmelden und Anlegen ist denkbar einfach.
Sobald alle Pflichtangaben (Namen, Email-Adresse) gemacht sind, möchte Facebook gerne so dies und das wissen – damit verdienen sie ihr Geld.
Aber: Bitte alle Aufforderungen genau lesen!
Kein Mensch muss wissen, wo Ihr zur Schule gegangen seid oder welche Musik Ihr gerne hört.

„Ich empfehle dringend, schon die Privatseite als Firmenseite zu behandeln“,

so unsere Fachfrau Anja. Seid also sparsam mit Euren Angaben, es sei denn, Ihr erachtet das eine oder andere als nützliches Instrument zur Kundenbindung.

Ist die Seite angelegt könnt Ihr sie mit Bildern und Beiträgen füllen, aber bitte immer mit dem Hintergedanken, dass „das Netz“ nichts vergisst. Kleine Schreibfehlerchen oder unglückliche Formulierungen sind dabei definitiv nicht das Problem, doch es gibt (meist jugendliche) Facebook-Nutzer, denen das eine oder andere Partyfoto später auf die Füße gefallen ist.
Am besten Ihr überlegt Euch vor Eurer Anmeldung ein Konzept für Euren Auftritt.

Nach dem Anlegen Eurer Privatseite gilt es „Freunde“ zu finden, wobei der Begriff „Freundschaft“ auf Facebook eine andere Dimension hat als im wirklichen Leben:

„Mit meinen wirklichen Freunden telefoniere ich“,

erklärt Anja.

„Auf Facebook sind ‚Freunde‘ alle, die ich auch zur Ladentür reinlassen würde.“

Legt Euch also beim Freunde-Suchen keine allzu engen Grenzen auf, denn es geht um Eure Firma (oder überlegt Ihr auch, wem Ihr auf dem Marktplatz Euren Flyer in die Hand drückt?).
Es sind übrigens auch bei Weitem nicht so viele Wüstlinge unterwegs, wie immer wieder gerne kolportiert wird; falls Ihr wirklich einmal das Pech haben solltet, an einen unangenehmen Zeitgenossen zu geraten, gibt es eine „Blockierfunktion“.

Wichtig ist, dass Ihr nur über Eure Privatseite Freunde finden könnt. Somit solltet Ihr auch immer wieder neue Kontakte über diese Seite knüpfen und pflegen. Eure Freunde könnt Ihr dann auf Eure Unternehmensseite einladen.

2) Unternehmensseite anlegen: Nach der Pflicht kommt die Kür, beziehungsweise unser Kapital: die Unternehmensseite!
Das Einrichten der Seite ist fast so einfach wie das Einrichten der Privatseite, nur dass hier Impressumpflicht besteht (also alle Angaben, um Euch als „natürliche“ Person erreichen zu können, müssen gemacht werden).
Für die Unternehmensseite stellt Euch Facebook als spezielles Tool zusätzlich noch Statistiken zur Verfügung, mit dem Ihr Eure Reichweite, Besucherzahl etc. kontrollieren könnt.

Zunächst solltet Ihr Eure Freunde auf Eure Unternehmensseite einladen.
Dann geht es darum Freunde und Seite regelmäßig zu pflegen, mit Unternehmensnachrichten, aber auch kleinen Filmchen, Tipps &Tricks, witzigen Bildern etc.
Facebook-Nutzer mögen es vor allem bunt, regelmäßig, nicht zu viel und unterhaltend.
Es lohnt sich in jedem Fall, immer mal wieder andere, verwandte Seiten anzusehen, die viele Besucher haben und sich damit neue Inspirationen zu holen.

Kontrolliert regelmäßig Eure Post, beantwortet Anfragen, „liked“, aber vor allem:

Teilt auch Inhalte von anderen Seiten,

damit Ihr wahrgenommen werdet und Euren Radius vergrößern könnt.
Wenn Ihr einen Blog betreibt, dann teilt neue Blogbeiträge auch Euren Facebook Freunden mit.
Und es ist durchaus sinnvoll, Beiträge der Unternehmensseite auch auf die Privatseite zu stellen.

Seid in Euren Aktivitäten „mäßig aber regelmäßig“; morgens und abends jeweils zehn Minuten lautet Anjas Empfehlung.
Auch Eure „Posts“ sollten jeweils an bestimmten Tagen und möglichst immer zur gleichen Uhrzeit auf Facebook erscheinen – Eure Freunde warten nach einer Eingewöhnungsphase vielleicht schon darauf.
Und überlegt Euch zumindest für die Anfangszeit ein Konzept zu den Themen, die Ihr auf Eurer Seite behandeln wollt.

Fazit: Für „einmal im Monat“ ist Facebook nicht geeignet, wer es nur „ein bisschen“ nutzen möchte, sollte es lassen – es ist vertane Zeit. Aber für die, die sich regelmäßig und konsequent für „Social Media“ etwas Zeit nehmen, kann Facebook sehr viel sein: ein Marktplatz für Kundenkommunikation und -akquise, eine Quelle für neue (Geschäfts-)Ideen und letztendlich auch eine sehr inspirierende Form der Weiterbildung.
Können wir es uns also leisten, nicht mitzumachen? Diese Frage muss jede(r) nun doch für sich selbst beantworten …

Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung wünscht Euch

Euer sfs

Copyright:
Verein selbständige Frauen Südholstein, sfs, 2015
hundeschnittschule Anja Reiteritsch: http://www.hundesalon-trittau.de/
Agentur für Bildbiographien Susanne Gebert http://www.bildbiographien.de/

Bildnachweis:
hundeschnittschule Anja Reiteritsch