Geld verdienen im Schlaf: Das passive Einkommen

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Was tun, wenn das Kind krank ist oder die Arbeit aus anderen Gründen ruhen muss? Gründer(innen) und Selbständige ohne Angestellte oder Kooperationspartner, die einspringen, wenn man selbst mal nicht kann, haben ein Problem: Wer nicht arbeitet, verdient auch nichts – die Kosten für Versicherungen, Altersvorsorge, IT etc. laufen aber weiter.
Ein Ausweg aus dieser Zwickmühle kann ein passives Einkommen als zusätzliches Standbein sein. Das hat nichts mit „Beine hochlegen“ und Faulheit zu tun, sondern ist ein mögliche Lösung für ein durchaus existenzielles Problem.

Liebe Netzwerkerinnen, liebe Leserinnen und Leser,

wer seine Preise kalkuliert, sollte realistisch sein. Zur „Stunde der Wahrheit“ bei der Preiskalkulation gehört auch, Fehlzeiten, in denen man nichts verdient, einzuberechnen. Das beginnt beispielsweise mit der Zahl an Arbeitsstunden, die wir pro Tag leisten können.
Acht Sunden? Leider daneben – mit sechs Stunden, in denen Umsatz generiert werden kann, sollte man pro optimal verlaufenden Arbeitstag maximal rechnen, wie wir spätestens seit Anjas großartigem Workshop Was ist mein Preis? wissen.

Arbeitszeit beinhaltet immer auch das „Drumherum“ eines Unternehmens, also Buchhaltung, Marketing, Akquise, Kundengespräche usw., die (zunächst) nicht auf unser Konto einzahlen.

Doch auch bei realistischer Planung kann Unvorhergesehenes dazwischenkommen. Das gilt auch und besonders für selbständige Frauen, die neben ihrem Unternehmen oft Kinder und/oder pflegebedürftige Angehörige betreuen – streikende KiTa-Erzieher oder eine Windpocken-Epidemie, die die Schule lahmlegt, lassen sich im Voraus nur schwer kalkulieren.

Ein Ausweg aus diesem Arbeitszeit-Dilemma kann passives Einkommen sein, also ein Einkommen, das weiterläuft, auch wenn wir selbst gerade nicht arbeiten (können). Mit „Beine hochlegen“ hat passives Einkommen nichts zu tun, sondern mit viel Arbeit im Vorfeld, die dann aber „gespeichert“ ist und für kontinuierliche Einnahmen sorgen kann.

Wer jetzt mit „schnellem Geld und ganz einfach“ rechnet, wird enttäuscht werden (wenn Ihr keine Windeier seid, wovon ich ausgehe :-). Ohne Aufwand lässt sich auch passives Einkommen nicht erreichen.

Doch wer sich dieses Standbein erfolgreich aufgebaut hat, kann sich damit gutes, vor allem aber auch Arbeitszeit-unabhängiges Einkommen sichern.
Sogar im Schlaf.

Eine kleine und bestimmt nicht vollständige Liste praktikabler Möglichkeiten, um passives Einkommen zu generieren:

1) Network-Marketing
Das Netzwerk-Marketing ist ein Direktvertrieb, bei dem Kunden selbst wieder zu Verkäufern werden können, wenn sie zufrieden sind. An jedem Kunden/Verkäufer verdient man eine kleine Provision, je größer das Netzwerk ist, das man sich.aufbaut, desto mehr kann man auch (passiv) verdienen.

Mit dieser Art des Direktvertriebs arbeiten viele Firmen, deren Produkte keine Massenware sind, sondern im persönlichen Kontakt gezeigt und erklärt werden müssen. Das setzt zum einen Kompetenz, Know-how und die Fähigkeit, auf andere zuzugehen, voraus, zum anderen sollte man sich für das Themenfeld des Produkts interessieren und vom Produkt, das man vertreibt, überzeugt sein, bzw. es selbst nutzen. Ein „Verkäufer-Typ“ muss man für Network-Marketing dagegen nicht sein, das ist oft sogar kontraproduktiv, wie sfs-Mitglied Sabine Quaritsch in ihrem Porträt betont – es geht schließlich um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und nicht um“s „Aufreißen“.

Network-Marketing kann sehr erfolgreich sein, man kann es als Haupterwerb oder als zweites Standbein – passives Einkommen! – nutzen. Aber aufgepasst! Im Bereich Netzwerk-Marketing treiben sich viele schwarze Schafe herum, die in der Zusammenarbeit mit Euch keine langfristige Win-Win Beziehung aufbauen möchten, sondern sehr kurzfristig an Euer Geld wollen, wie sfs-Mitglied Martina Stendel schreibt.
Einige unserer sfs-Mitglieder arbeiten sehr erfolgreich im Bereich Networkmarketing; wenn Ihr Fragen habt und/oder Euch für diese Möglichkeit als Einkommensquelle interessiert, meldet Euch gerne!

2) Ein Buch schreiben/ein Online-Webinar erstellen
Ein Buch schreiben und verkaufen oder mit einem Online-Webinar anderen rund um die Uhr helfen (und es rund um die Uhr verkaufen), ist eine tolle Idee.

Leider eine, auf die schon sehr viele andere gekommen sind.
Was nicht bedeutet, dass man damit keinen Erfolg haben kann. Ganz im Gegenteil: Es gibt in diesem Bereich so viel schnell zusammengeschusterten Mist, dass sich gute Qualität, die anderen wirklich weiterhilft, einfach durchsetzen m u s s.
Wenn Ihr also wirklich etwas zu sagen habt, wenn Ihr Spezialwissen habt, das anderen nützt, wenn Ihr sympathische rüberkommt und/oder eine umwerfende Schreibe habt – macht Euch an die Arbeit!

Für die braucht man erstmal Zeit. Und Leidenschaft. Wer das Projekt „Buch schreiben“ oder „Online Webinar“ nur zum Geldverdienen anpackt, wird vermutlich genau die Massenware abliefern, die es jetzt schon tausendfach gibt.
Erfolgreicher werdet Ihr vermutlich sein, wenn Ihr tatsächlich etwas Neues „erfindet“, etwas, das Eure Zielgruppe in dieser Form noch nicht kennt und als besonders hilfreich und/oder als besonders unterhaltsam wahrnimmt.
Wenn Ihr das schafft, kann Euer Produkt unabhängig von Eurem Marketing zum Selbstläufer werden, der von Kunde zu Kunde weiterempfohlen wird und Euch ein sicheres passives Einkommen einbringt.

A propos Marketing: Als Neuautor und ohne Kontakte einen Verlag für ein Buch zu finden, ist extrem schwierig und klappt eher nur in Ausnahmefällen. Die meisten Autoren verlegen Ihre Bücher daher selbst; das ist unkompliziert und hat den Vorteil, dass die Marge, die man pro verkauftem Buch erhält, sogar höher ist als bei einem Buch, das durch einen Verlag veröffentlicht wird. Nachteil: Ihr müsst Euch um die Vermarktung Eures Buches selbst kümmern. Wenn Euer Buch also nicht nur von Mama, Papa, Oma, Opa und den Mitgliedern vom sfs gekauft werden soll, solltet Ihr Euch vorab nicht nur über Eure Zielgruppe im Klaren sein, sondern auch darüber, wie Ihr sie mit Eurem Produkt erreicht.

Aufpassen solltet Ihr, wenn Ihr an Literaturagenten oder Zuschussverlage geratet – auch hier sind enorm viele schwarze Schafe unterwegs. Sie werden Euer Buch über den grünen Klee loben und es unbedingt verlegen wollen – am Ende liefern sie aber wenig Leistung, Ihr zahlt dafür umso mehr Geld. Mehr über Zuschussverlage findet Ihr hier:Aktionsbündnis faire Verlage
Übrigens: Es gibt einige Beispiele für selbstverlegte Bücher, die sich so erfolgreich verkauft haben, dass Verlage auf sie aufmerksam geworden sind und sie im Nachhinein in ihr Programm aufgenommen haben. Ein erstes erfolgreiches selbstverlegtes Buch oder E-Book kann also auch der erste „Step-in-the-door“ für erfolgreiches Bücherschreiben sein!

3) Affilate
Es gibt Blogger, die mit Firmen direkt kooperieren und in ihren Blogs Produkte dieser Firmen vorstellen, manchmal auch anpreisen. Je nach Bloggröße und Zahl der Leser erhalten sie das Produkt, über das sie schreiben, dafür als Geschenk oder es fließt ein Honorar.
Dieses Verfahren ist sehr umstritten – die einen nennen es „passives Einkommen“ (den Blog gibt es ja schon und er ist etabliert), die anderen „Seele verkaufen“.

Für alle, die regelmäßig im Internet schreiben und beispielsweise einen Blog mit vielen Lesern führen, und die keine Lust auf „Seele verkaufen“ haben, gibt es eine weitere Möglichkeit, seine Schreibarbeit zu „monetarisieren“ (… was für ein scheußliches Wort!), d.h. sich eine passive Einkommensquelle zu erschließen: Affilate.
Affilate sind Links zu Produkten kleiner oder großer Shops, die meistens am Ende eines Blogbeitrags eingebaut werden (und als „Affilate-Links“ gekennzeichnet werden müssen!).
Klickt ein Blogleser diesen Link an und kauft danach das Produkt, klingelt’s beim Blogbetreiber in der Kasse, d.h. ihm wird eine Provision gutgeschrieben. Klingt einfach, ist es im Prinzip auch – man braucht eben möglichst viele Leser, die solche Links dann auch klicken und kaufen. Ist die Reichweite eines Blogs gut, können Affilate ein sehr gutes passives Einkommen generieren; einige Blogger leben sogar davon.
Mehr über Affilate am Beispiel von Links zu amazon-Produkten lest Ihr hier: https://www.blogmojo.de/amazon-partnerprogramm/

4) Noch mehr Ideen gefällig?
Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten, mit denen man sich ein passives Einkommen als zweites und zuverlässiges Standbein aufbauen kann. Ohne Arbeit und „im Schlaf“ geht das nicht, aber wenn es geschafft ist, hat man sich eine zusätzliche Einnahmequelle erarbeitet, die einfach auch gut für die Nerven ist. Stichwort: die nächste Windpocken-Epidemie in der KiTa oder Schule kommt bestimmt 🙂

Die Liste der Möglichkeiten, die ich Euch hier vorgestellt habe, ist unvollständig, natürlich gibt es noch sehr viel mehr: Fotografen könnten beispielsweise Ihre Fotos als Stockfotos an Agenturen verkaufen, man könnte einen weitgehend automatisierten Online-Shop aufbauen, selbst zur Plattform werden, ein facebook-Forum gründen und, und, und.
Egal, was man sich überlegt: Es muss passen.

Und das Wichtigste: Auch wenn passives Einkommen erstmal viel Zusatzarbeit bedeutet, sollte man zumindest einmal darüber nachgedacht haben.

Für alle, die jetzt immer noch nicht genug haben, gibt es hier die Links zum Weiterlesen:

Viel Spaß beim Stöbern!

Ein schönes Wochenende wünschen Euch
Susanne und Euer sfs

Copyright:
Verein selbständige Frauen Südholstein, sfs, 2017
Agentur für Bildbiographien, 2017 www.bildbiographien.de

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