Selbsterfüllende Prophezeiungen

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Liebe Netzwerkerinnen, liebe Leserinnen und Leser,

Wer schon im Voraus weiß, was der andere sagen, denken oder meinen könnten, wird immer genau das bekommen, was er erwartet. Und wer eine neues Projekt mit einem „Ich kann nicht“ oder „Hat bei mir noch nie geklappt“ startet, wird es auch nicht können. Das ist das Dilemma mit unseren Glaubenssätzen und Prophezeiungen: Sie erfüllem sich. Und sorgen dafür, dass wir gelegentlich dort ankommen, wo wir nie hinwollten.

Ein sehr beliebter Trick, um sich selbst (und anderen) das Leben schwer zu machen, ist das Hineininterpretieren:
Das natürlich am besten bevor wir überhaupt den Hauch einer Chance gehabt haben, etwas zu tun. Wer immer an Schlechtes glaubt, wird es auch bekommen. Denn wichtig ist letztendlich nicht, wie eine Situation tatsächlich ist, sondern das, was wir daraus machen.
Der Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut und Philosoph Paul Watzlawick hat mit seiner „Anleitung zum Unglücklichsein“ einen großartigen Ratgeber zum Glücklichsein geschrieben.
Zum Thema „Selbsterfüllende Prophezeiungen erzählt er uns darin seine wunderbare
Geschichte mit dem Hammer:

 

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte; ICH gäbe es ihm sofort. Und warum nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich.

Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er ‚Guten Tag’ sagen kann, schreit ihn unser Mann an:
„Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel!”

Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick; Piper Verlag GmbH, München, 1983

Fazit:

Es ist von entscheidender Bedeutung, wie wir an das, was wir tun, herangehen.

Energie, Optimismus und Mut hängen viel stärker davon ab, wie wir eine Situation bewerten, und viel weniger davon, wie sie tatsächlich ist.

Wer seine Mitmenschen interpretiert (statt sie zu fragen) und wer gelernt hat, dass er einer Aufgabe nicht gewachsen sein wird oder einem Lebensumstand nicht entkommen kann, wird es dank ‘selbsterfüllender Prophezeiung’ auch nicht können.

Wenige Prophezeiungen und dafür viel Erfolg wünscht Euch
Euer sfs

Link zum Weiterlesen:

Wir neigen dazu, Neuem aus dem Weg zu gehen: aus Angst, falsche Entscheidungen zu treffen, es nicht zu schaffen oder Fehler zu machen. Aber wenn wir nichts tun und brav in unserer Komfortzone bleiben, riskieren wir einen hohen Preis: “Wer nicht handelt, wird behandelt” , ist ein alter Spruch, an dem leider viel Wahres dran ist.

Das Generationengespräch: Selbsterfüllende Prophezeiungen

 

Copyright:
Verein selbständige Frauen Südholstein, sfs, 2018
Agentur für Bildbiographien, 2018 www.bildbiographien.de

Bildnachweis:
pixabay