Vorsicht Kostenfalle: Teilzeitunternehmerinnen und die 395-Euro-Bemessungsgrenze der Krankenversicherungen

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woman-446673_1920Liebe Netzwerkerinnen, liebe Leserinnen und Leser,

Unternehmerinnen, die ihr berufliches Engagement beispielsweise nach einer Kinderpause Schritt für Schritt wieder ausbauen wollen, stolpern nicht selten über die 395-Euro-Bemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenkassen.

Denn die Familienversicherung über den Ehemann endet für Teilzeit- und Kleinunternehmerinnen bei einem erwirtschafteten Gewinn von 395 Euro pro Monat. Wer über diese Schwelle kommt, zahlt selbst, und das nicht zu knapp: Zusammen mit dem Pflegeversicherungs-Mindestsatz und einer optionalen Krankentagegeld -Versicherung schlagen die Kosten für eine eigene Versicherung bei einer der gesetzlichen Krankenkassen mit rund 360 Euro pro Monat zu Buche.

Für Frauen, die ihr Unternehmen zugunsten der Familie zwar nicht aufgegeben aber deutlich reduziert haben, ist das eine schwierige Phase und eine schwierige Entscheidung. Denn: „Kinder werden ja nicht von jetzt auf gleich flügge“, wie das Wirtschaftsmagazin brandeins in seiner online-Ausgabe vom Januar schreibt. So möchten Teilzeit- und Kleinunternehmerinnen einerseits nach und nach ihre Geschäftsaktivitäten wieder ausbauen, sobald die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, andererseits muss aber noch genügend Zeit für die Familie bleiben. Doch „Nach und Nach“ ist für solche Situationen in der Sozialgesetzgebung nicht vorgesehen, sondern nur „Ganz oder Gar nicht“. Damit sind die Wege für selbständige Frauen nach der Kinderpause vorgegeben: 1) Angestellten-Job suchen; 2) den Gewinn künstlich unter 395 Euro pro Monat halten oder 3) „Augen zu und durch“ – schuften für die Krankenkasse. Irgendwann wird sich auch diese Investition in den eigenen Unternehmensausbau rechnen …
SG

Der vollständige brandeins -Artikel zum Nachlesen:
http://www.brandeins.de/archiv/2015/selbstbestimmung/krankenkassenbeitraege-fuer-teilzeitunternehmerinnen-die-395-euro-falle/

Copyright:
Verein selbständige Frauen Südholstein, sfs, 2015

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