Werbung mit Inhalt: Content Marketing

Liebe Netzwerkerinnen, liebe Leserinnen und Leser,

hast_du_es_gewusst

 

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dass Ralph Ruthe einen eigenen Webshop hat, wisst Ihr jetzt (wer aus Zeitgründen den kurzen Youtube-Einspieler nicht angesehen hat, sollte es nachholen – es lohnt sich!). Dass Ihr beim sfs viele nützliche und interessante Informationen zum Thema Gründung und Selbständigkeit findet …? Ach so, deswegen seid Ihr ja hier. Danke!
Dann lasst uns gleich starten mit der Zusammenfassung eines sehr engagierten und spannenden Vortrags der Web- und Grafikdesignerin Sonja Funke, mit dem sie uns trotz aller technischer Widrigkeiten (der Dorfkrug in Großensee sollte sich WLAN anschaffen!) auf unserem Oktober-Stammtisch begeistert hat (auch: Danke!):

Wer kommt eigentlich auf die bescheuerte Idee, bares Geld – das heißt in unserer Zeit: Wissen und Informationen – zu verschenken? Früher wurde man als treuer Kunde gelegentlich mit Kugelschreibern oder billigen Taschenkalendern belohnt, heutzutage gibt es hochwertige Informationen jeglicher Art von Kochrezepten über Business-Tipps und kompletten Bücher bis zu ausgezeichnetem Entertainment mit ein Klick gratis und völlig anonym im Internet. Geschenkt, denn man muss absolut nichts dafür tun. Das ist für uns als Nutzer schön, für uns als Gewerbetreibende aber leider: anstrengend und manchmal teuer!

 

Content Marketing: Werben ohne Werbung

Content Marketing wird häufig in einem Atemzug mit SEO (Suchmaschinenoptimierung) genannt; beides gehört im Online-Marketing zwar zusammen, ist aber nicht identisch. Beim „Werben mit Inhalt“ geht es zunächst nur um den Inhalt, der für potenzielle Kunden in irgendeiner Form relevant ist: sei es durch die Information, die ein Kundenproblem lösen kann, sei es durch seinen Unterhaltungswert.

content-m    Dadurch sind bereits die Charakteristika guter Content Marketing Beiträge beschrieben: Sie sind von besonderem Nutzen für eine bestimmte Zielgruppe und enthalten – zumindest vordergründig – keine Werbung, sie sind frei zugänglich, d.h. in der Regel kostenfrei, und sie sind von guter bis hoher Qualität. Natürlich sollten sie für Suchmaschinen optimiert sein, also z.B. die richtigen und vor allem auch die richtige Anzahl von Keywords enthalten, Bilder sollten nie ohne passende Beschreibung eingestellt werden, und Texte länger als 150 Wörter sein (was für eine Erleichterung für Vielschreiber wie mich! Anm. d. Redaktion).
Aber vor allem geht es eben um den Inhalt, der für den Leser einen Mehrwert darstellt, ihn dauerhaft bindet, Vertrauen schafft und im besten Fall irgendwann zum Kunden machen kann.

Content Marketing ist wie die klassische PR-Arbeit ein durchaus langwieriges und mühsames Geschäft, denn Interesse und Vertrauen gewinnt man nicht von jetzt auf gleich. Reich und berühmt können damit zunächst Werbeagenturen werden, wenn man sie damit beauftragt: Jedes Business ist anders, und dementsprechend gibt es auch keine ‚einfache‘ (und billige) Patentlösung für alle.

Patentlösungen für alle ist aber auch gar nicht das Ziel, denn schließlich möchte man mit seinem ‚Content‘ aus der großen Masse an Informationen, die ein potenzieller Kunde im Internet finden kann, herausstechen. Insofern lohnt es sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen, größere Geldbeträge zu sparen, und selbst über das eigene Online-Marketing nachzudenken. Schließlich brennen wir für unser Geschäft, und es gibt sowieso nur individuelle Lösungen.

Gutes Content Marketing beginnt mit einem Plan. Wer sind meine Zielkunden, und wie erreiche ich sie, welche Probleme haben sie, welche Lösungen erwarten sie, sind die Fragen, auf deren Antworten ein individuelles Konzept basieren sollte. Content Marketing wird zwar in der Regel im Zusammenhang mit Online-Marketing genannt, aber spätestens hier wird deutlich, dass es sich tatsächlich über einen viel größeren Bereich erstreckt, denn natürlich können Zeitungsartikel, Vorträge, Messeauftritte etc. ein wichtiger Teil der eigenen Strategie sein.

 

 

Corporate Storytelling

Stellt Euch für einen kurzen aber ungemütlichen Moment vor, Ihr würdet für die Deutsche Bank das Marketing machen (müssen). Das Jahresgehalt ist vermutlich akzeptabel, die Aufgabe aber tonnenschwer und mit hohem Schleudersitz-Potenzial behaftet: Wie bitteschön bewirbt man ein Unternehmen, das gefühlt alle vier Wochen negativ in den Schlagzeilen ist, und dessen Vorstände sich reihenweise vor Gericht zu verantworten haben? Das ist für jedes Unternehmensimage schlecht, für das einer Bank ist es der GAU.
Wie gewinnt man also in so einer Situation verlorenes Kundenvertrauen zurück? Wie beruhigt man seine Aktionäre und vor allem: Wie akquiriert man mit der Last eines solchen Renommees neue Geschäftskunden? Anzeigenkampagnen und Werbung schalten, um im Büßerhemdchen alles zu erklären?
Weit gefehlt! Natürlich setzt auch die Deutsche Bank auf Content Marketing und zielt durch „Corporate Storytelling“ (übersetzt etwa: Unternehmerisches Geschichtenerzählen) mit ihren „Economy Storys“ nicht nur auf den Intellekt, sondern vor allem auf das Herz potenzieller neuer Geschäftskunden. Mit der klaren Botschaft: Wir kennen Dich, wir verstehen Dich, und wir wissen, was Du brauchst.

Menschen können einfach besser fühlen als denken. Und bei aller Rationalität werden Kaufentscheidungen letztendlich im Bauch getroffen, und genau dort muss auch die Unternehmensbotschaft hin.

Wer allein auf althergebrachtes Werbewerkzeug mit Anzeigen, Bannern, Bildchen und immer wiederkehrende Textchen setzt – davon aber möglichst viel! – wird langfristig sowohl bei Kunden wie auch in den Suchmaschinen durchfallen. Gerade kleine und mittelgroße Unternehmen werden auf Dauer nicht in der Lage sein, sich Aufmerksamkeit und Interesse zu erkaufen. Stattdessen müssen sie sich etwas anderes einfallen lassen und durch ihre Produkte oder Dienstleistungen UND den richtigen ‚Content‘ überzeugen. Und genau darin liegen die Chance und die Herausforderung von ‚Content Marketing‘ gleichermaßen.

Bis zum nächsten ‚Storytelling‘!
Euer sfs

 

Bildnachweis:
Ralph Ruthe
syrfmedia

Links:
syrfmedia, Sonja Funke: http://www.webdesign-suedholstein.de/
Ralph Ruthe: http://ruthe.de/cartoon/

Copyright:
Verein selbständige Frauen Südholstein, sfs, 2015
Agentur für Bildbiographien Susanne Gebert, www.bildbiographien.de