Wie wir uns mit Zielen selbst über’s Ohr hauen (können)

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Lichtenberg Zitat

 

Liebe Netzwerkerinnen, liebe Leserinnen und Leser,

wer Erfolg haben will, braucht Ziele.
Soweit die Theorie. Natürlich hat ‚man‘ als Unternehmerin oder Unternehmer Ziele, aber bei genauerem Hinsehen sind die oft ziemlich schwammig. Sich Ziele zu setzen ist eine Kunst, denn man muss sich entscheiden, sich festlegen … und weglassen. Grund genug, um sich gelegentlich selbst ein Schnippchen zu schlagen und bei seinen Zielsetzungen eine Hintertür offen zu lassen.
Ob die „Nicht-So-Eindeutigen“ Ziele auch funktionieren? Ja sicher – schwammige Ziele funktionieren ungefähr genauso gut wie „ein bisschen schwanger“ zu sein.

Es gibt viele gute Gründe, sich k e i n e Ziele zu setzen und lieber alles im Ungefähren zu lassen.
Zum einen muss man sich nicht entscheiden, denn wer zu „A“ ja sagt, schließt damit „B“ automatisch aus: Wer seinen Urlaub an der Nordsee plant, entscheidet sich gleichzeitig gegen Bergwandern und Hüttenzauber, wer eine Familie mit Kindern haben möchte, muss zumindest für einige Zeit sein Single-Dasein aufgeben.
Zum anderen kann man ohne Ziele nicht scheitern – man wollte ja nirgendwo hin, also macht es auch nichts, wenn man nirgendwo ankommt.

Das Problem ist: Wer sich treiben lässt, kann schnell zum Getriebenen werden, der von einer Dringlichkeit zur nächsten hetzt und nie irgendwo ankommt. Der unzufrieden ist, denn Erfolg, der einem zufällig in den Schoß fällt, macht viel weniger glücklich, als ein Volltreffer, für den man hart gearbeitet hat.
Ohne Ziele bleibt Erfolg aber oft auch komplett aus: Man dreht man sich um die eigene Achse – und kommt nicht weiter.

Dann also doch: Ziele!

Die meisten Menschen haben Ziele – glauben sie zumindest.
Denn auch mit Zielen neigen wir dazu, uns das eine oder andere Hintertürchen offen zu halten. Ein beliebter Trick ist, unerreichbare Ziele zu definieren. Man hat zwar ein Ziel, erspart sich aber die Mühen des Erreichens – wenn man dann scheitert, kann man sich als „Opfer der Umstände“ fühlen und sich von allen bedauern lassen.
Oder aber man bleibt schwammig, geht nicht so sehr ans „Eingemachte“ – die Entscheidung zwischen „A“ oder „B“ – und hält sich trotz Ziel alles offen. Eine Taktik, die sich nicht allzusehr von „ziel- und planlos durch’s Leben stolpern“ unterscheidet. Oder kann man „ein bisschen schwanger“ sein?

Wer das gute Gefühl haben möchte, in seinem Leben Agierender und nicht Reagierender zu sein, braucht also nicht nur Ziele, sondern konkrete – SMARTe – Zielsetzungen.

Gute Vorsätze allein reichen nicht aus: „Abfahren, und dann so weit wie möglich kommen“ ist weder ein passabler Fahrplan für die Deutsche Bundesbahn noch fürs eigene Leben.
Weniger Arbeiten, mehr Sport“ sind nette Leitgedanken, wirkungsvolle Pläne sind sie nicht.
Wer seine Ziele erreichen möchte, sollte sie so präzise wie möglich formulieren und AUFSCHREIBEN! – SMART (Spezifisch, Messbar, Aktionsorientiert, Realistisch, Terminiert) kann dabei helfen:

  • Spezifisch: Finger weg von Fremd-Zielen und falschen Idealen!
    Zu einem selbstbestimmten Leben gehören auch selbstbestimmte Ziele, daher sollte man sich zuallererst klarmachen, was man tatsächlich möchte. Will ich wirklich vom Rauchen loskommen, oder ist mir meine Sucht (oder mein Vergnügen) wichtiger als meine Gesundheit?
    Erst wenn diese grundsätzliche Entscheidung getroffen worden ist, lässt sich daraus ein persönliches Ziel definieren und ein konkreter und spezifischer Plan fassen: „Am Montag rauche ich die letzte Zigarette, am Dienstag habe ich meinen Termin zur Raucherentwöhnung bei Mediale Ruhe.“
  • Messbar: Wer nicht (zu oft) vom Weg abkommen oder im Kreis marschieren möchte, sollte seine Ziele messbar formulieren: Statt „regelmäßig joggen“ könnte das spezifische und messbare Ziel lauten: mittwochs eine halbe Stunde und sonntags vor dem Frühstück eine Dreiviertelstunde laufen.
  • Aktionsorientiert: Unser Unterbewusstsein ist eine seltsame Einrichtung, es kann nur mit positiven Formulierungen etwas anfangen – beim Vorhaben „Weniger arbeiten“ versteht es nur „arbeiten“.
    Um Missverständnissen vorzubeugen, sollten daher alle Ziele positiv formuliert werden. Da „Weniger arbeiten“ zudem nicht spezifisch ist, könnte die bessere Alternative lauten: „Prinzipiell ist um 17.00 Uhr Schluss, in Stoßzeiten genehmige ich mir aber drei Überstunden pro Woche“. Übrigens: Wer weniger Zeit für seine Arbeit zur Verfügung hat, wird effektiver.
  • Realistisch: Ziele sollten realistisch gesteckt werden, ehrgeizig dürfen sie aber auch sein.
    Wer seine erste Million auf dem Konto anstrebt, sollte sich einen guten Plan mit genügend Zeit und Aufwand machen – und sich die Frage stellen, ob er beispielsweise für Börsenspekulation schon die notwendige Risikofreude und das Know-How hat (Lottogewinn funktioniert meistens nicht, zudem ist Im-Lotto-Gewinnen kein Ziel).
    Die meisten überschätzen, was man in einem Jahr schaffen kann, und unterschätzen, was man in zehn Jahren erreichen kann„, ist ein oft zitiertes Coaching-Bonmot, das viel Wahres enthält.
  • Terminiert: Ziele können nicht realistisch und messbar sein, wenn man nicht von Zeit zu Zeit Zwischenbilanz zieht. Nichts kann so sehr beflügeln wie erste Erfolge.
    Wer eine Vision hat und schon konkrete Ergebnisse erreicht hat, wird sich auch durch Schwierigkeiten und Rückschläge nicht aufhalten lassen: Jeder Weg, so lang er auch sein mag, beginnt immer mit dem ersten Schritt …

Alles klar?
Ein erholsames Wochenende und eine zielorientierte neue Woche wünscht Euch

Euer sfs

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